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Mittwoch, den 15.08.2018
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Sankt Georg Kirche - Seebergen





Weit ins östliche Land grüßt der über 40m hohe Turm der Seeberger Kirche mit seinem  achteckigen Helmdach. Sie liegt in der Mitte des alten Dorfkernes. Beim Heranfahren, -wandern oder -radeln kann man die umlaufende Wehrgalerie, die ein Merkmal einer wehrhaften erkennen läßt, gut ausmachen. Dazu gehört auch die Einfriedung der Kirche, eine noch in Resten erhaltene und teilweise erneuerte Wehrmauer. Die spitzbogige nördliche Eingangspforte und andere Tore waren früher verschließbar. Große Kragsteine und Schießscharten lassen erahnen, wie bei kriegerischer Gefahr die Seeberger die Abwehrstellung auf den schnell gelegten Umläufen einnahmen. Drohende Gefahr und Feuerbrünste wurden von der Wache durch Glockenläuten oder Hornsignal angezeigt. So fanden die Einwohner Schutz innerhalb der Kirchmauern, denn hier standen auch die Pfarrei, die Schule und nebenan die Gemeindeschenke. 

Die Bauzeit der St. Georg Kirche, die natürlich aus Seeberger Sandstein erbaut wurde, wird wohl in der Zeit zwischen 1511 (Inschrift am Turmuntergeschoß) und 1587 (Inschrift Turmgalerie) liegen. Viele wiederverwendete Steine lassen auf eine romanischen Vorgängerbau schließen.

Die ältesten Ausstattungsteile des Innenraumes, d.h. die umlaufende untere, die obere Westempore und vermutlich ein Kanzelaltar wurden 1625 (am Kanzelkorb inschriftlich belegte Weihe) vollendet. damit sind auch die Bildtafeln am Kanzelkorb und diesen Emporenteilen, auf denen Darstellungen der Evangelisten, des Salvator mundi und Szenen aus dem Alten und Neuen Testament zu sehen sind, datiert. Es handelt sich dabei um eine farbintensive in Leimfarbentechnik ausgeführte Malerei, die sich durch ihre lebendigen und eigenwilligen Charakter auszeichnet und im weiteren Umfeld ihresgleichen suchen läßt.

Später wurden die Einbauten noch um die obere Nord- und Südempore erweitert. Dies könnte von 1661-63 erfolgt sein; aus dieser Zeit liegt eine Abrechnung "Verwilligter gelder zur Mahlerey der Kirchen allhiero anno 1661."im Pfarrarchiv.



Durch die Fachhochschule Erfurt, Fachbereich Restaurierung, und die Unterstützung durch das Landesamt für Denkmalpflege (Thüringen) konnten seit 1995 im Rahmen von Studentenpraktika die Bauforschung und sehr umfangreiche Aufgaben, wie die Untersuchung der Architekturfassung im Innenraum, sowie die schrittweise Restaurierung der insgesamt 65 Bildtafeln begonnen werden. Im Ergebnis dessen wurde es möglich, u.a. die einzelnen Gestaltungsphasen der Raumfassung, die von der Renaissance (Inschrift 1611 über unterem Turmeingang) über Barock, Klassizismus bis zur vorliegenden Ausmalung von 1938 reichen, zu ermitteln und zu dokumentieren. 
 
Die Restaurierung der Emporenbildtafeln umfaßt die Konservierung der durch Lockerung stark gefährdeten Bereiche der Malerei, die Oberflächenreinigung und die Retusche der Fehlstellen. Im Ausblick sind die Reparatur der Putze, die Neuausmalung des Kirchenraumes evtl. unter Einbeziehung eines freizulegenden Teiles der Ornamentmalerei aus der Renaissance, sowie die Fortsetzung der Arbeiten an den Bildtafeln und an der Fassung der Emporen vorgesehen.

 
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